Dieter E. Gellermann

PR-Berater, Journalist (DJV), professioneller Textbegleiter
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Klare Texte überzeugen Kunden

Dieter Gellermann | 24. Juni 2010

Auf dieser Seite erfahren Sie stets aktuell, warum treffende Texte gut für Ihr Geschäft sind.
Texte, die treffen, sind in aller Regel keine langen Texte. Ich empfehle gerne das Kürzen.
Oft stoße ich auf Texte, die zu viel Fachsprache benutzen. Mit diesen erreichen Sie nur Fachleute, doch Ihr möglicher Kundenkreis beschränkt sich gewiss nicht nur auf Experten.
Lassen Sie sich deshalb von einem professionellen Textbegleiter beraten, hier auf dieser Seite oder persönlich.

Dieter Gellermann

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Fachsprache, Text, Textbegleiter, treffend, verständlich

Jede Reklamation kann eine Chance sein

Dieter Gellermann | 30. April 2012

Sie haben schon mal ein Beschwerdeschreiben eines Kunden erhalten? Hat er reklamiert, dass eine wesentliche Zusage von Ihrem Unternehmen nicht eingehalten wurde? Und Sie haben sich darüber geärgert? – Das wäre eine falsche und nicht sehr konstruktive Reaktion.

Besser wäre es, wenn Sie Ihre Kunden nach Abwicklung eines Geschäftes zu einer kritischen Stellungnahme auffordern würden. Warum denn das? – Jede Dienstleistung kann noch verbessert werden. Eine hundertprozentige Erfüllung ist zwar in Ordnung, doch der Kunde sollte über Ihre Leistung positiv sprechen und Sie weiterempfehlen. Das macht er nur, wenn Sie etwas mehr unternehmen als von Ihnen erwartet wird.

Geben Sie Ihrem Kunden über das Vereinbarte noch mehr Tipps. Wenn Sie sein Hobby kennen, vielleicht können Sie dazu beitragen, dass er es schöner ausleben kann. Dann wird er an Sie denken, während er es genießt. Das gilt für Restaurants, Urlaubsziele, Konzerte, Sportevents und passende Geschäftsempfehlungen.

Hilfreich kann auch sein, wenn Sie mit der Rechnung einen Feedbackbogen verschicken. Das bietet sich bei allen Kunden an, zu denen man nicht ständig persönlichen Kontakt hat. Ihr Kunde wird merken, dass es Ihnen ernst ist mit qualitativ hochwertiger Leistung.

Und geht etwas tatsächlich mal in die Hose, so haben Sie auch bessere Möglichkeiten als sich zu verkriechen: Bieten Sie gratis eine Nachbesserung an, schlagen Sie ein gemeinsames Gespräch vor, bei dem die Leistung und die Kundenerwartung aufgearbeitet werden können. Hat es Missverständnisse gegeben, entschuldigen Sie sich dafür, auch wenn nach Ihrer Meinung der Großteil des Schadens beim Kunden liegen sollte. Er sieht es womöglich umgekehrt.

Die Welt ist nach einer Aussprache oft wieder in Ordnung, die Beschwerde gerät in den Hintergrund und die Beziehung zum Kunden gerettet.

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Beschwerde, Empfehlung, Kritik, Kunde, Kundensicht, Nachbesserung, Reklamation
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Fehler passieren im Halsumdrehen

Dieter Gellermann | 29. April 2012

Im letzten Monat sind mir wieder etliche Formulierungsfehler begegnet, die ich hier festhalten möchte, denn: Wer Fehlerquellen kennt, kann sie auch vermeiden. Und jetzt gleich los:

“Fragen Sie Experten, die wissen die Lage” – Das Elend fängt nach dem Komma an. Ich würde das völlig neu formulieren: “Fragen Sie Experten, die kennen sich aus.” oder “… die wissen Bescheid.”

“Das Geld wird mit dem Füllhorn ausgegeben.” – Das Bild mit dem Füllhorn funktioniert nur mit dem Verb ausschütten. Man kann auch nicht darauf blasen und schon gar nicht hineinpetzen. Wie würde ich den Satz texten? Ich würde erst einmal auf das Füllhorn verzichten und einfach schreiben: “Das Geld wird mit vollen Händen ausgegeben.”

“Herr XY beklagt die rasante Veränderung unseres Alltags.” – Das klingt doch richtig? Allerdings nur beim ersten Lesen oder Hören. Falsch ist hier das Adjektiv: rasant kann etwas sein, was sich körperlich bewegt, ein Rennwagen etwa oder eine Garnrolle auf dem Tisch. Rasant kann nicht in Verbindung mit ideellen Dingen stehen, also auch nicht mit Veränderung. Korrekt wäre hier das Adjektiv rasend, gewissermaßen als Steigerung zu schnell.

“Sie erkannte darin ein ernst zunehmendes Risiko.” – Die Getrennt- und Zusammenschreibung stellt ein großes Risiko dar für jeden Schreiber. Und so kommen wir auch auf den Fehler im Beispielsatz: Nimmt unser Risiko zu oder müssen wir es ernst nehmen? Nun fällt es uns wie Schuppen von den Augen. Der Satz muss das Wort trennen: “Sie erkannte darin ein ernst zu nehmendes Risiko.”

Und in der Titelzeile muss aus dem “Halsumdrehen” natürlich ein “Handumdrehen” werden. Sie spüren sicher gleich, dass das Handumdrehen Ihnen viel leichter fällt.

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Adjektiv, Bild, Fehler, Getrenntschreibung, Sprachbild, Verb
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Alle in einer Herde?

Dieter Gellermann | 27. April 2012

Wir haben spezielle Begriffe für bestimmte Tiergruppen. Einige leben in Rotten, andere in Schwärmen, die dritten in Rudeln oder in Scharen. Aber welche Tierarten leben in welchen Gruppen?

Bei einigen Medienberichten der letzten Zeit ist mir aufgefallen, dass die korrekte Begriffszuordnung selbst Journalisten nicht so ganz klar ist. Deshalb greife ich das hier auf.

Der Oberbegriff für Tiergruppen ist die Herde. Er passt für fast alle Arten von Schafen bis zu Elefanten. Für wild lebende Tiere gibt es noch den Oberbegriff Meute. Doch nun zu den Details:

Hunde leben zu mehreren in einer Koppel, Wildschweine in einer Rotte, Hirsche und Wölfe im Rudel und Rehe in ihrem Sprung. Meeressäugetiere bevölkern die Ozeane in Schulen.

Verlassen wir nun die Säugetiere. Der Schwarm ist ein Oberbegriff für Tier-Verbände, die keine Säugetiere sind, also Insekten, Fische und Vögel. Bei letzteren gibt es aber auch noch ein paar speziellere Gruppen: für Fasane und Wildgänse wird ihr Verband Kette oder Schar bezeichnet. Rebhühner bleiben in ihrer Kompanie, Wildtauben in ihrem Flug. Für Zugvögel ist als Verbandsbezeichnung auch möglich, ihn Zug zu nennen, etwa beim Zug der Wildgänse bei Nils Holgersson. Im engeren Sinn ist ein Zug aber die Gemeinschaft der Schnepfen.

Für Tierverbände kommen inzwischen neue Begriffe aus dem Englischen in den Sprachgebrauch, die extrem generalisieren. Hier finden wir „Pack“ für im Prinzip alle Habitats und „Clan“ für alle tierischen Familienverbände.

Sie merken, es ist schon kompliziert, immer die richtige Bezeichnung zu finden. Aber wenn wir zu den Tierbehausungen kommen, wird es noch etwas kniffliger: Wer wohnt in einem Bau, wer in einem Horst und welche trifft man in Höhlen? Für domestizierte Tiere wird es noch spezieller. Da gibt es Bauer, Stall, Bassin, Voliere, Exotarium oder Schlag.

Es heißt also aufzupassen, damit man die richtigen Zuordnungen findet. Die findet man in schlauen Büchern oder bei erfahrenen Fachleuten. Und diese sind nicht nur im Tierreich fit sondern auch in zahlreichen anderen Dingen.

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Bezeichnungen, Bücher, Fachleute, Herde, Tiere
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Nie wieder unschön: die doppelte Verneinung

Dieter Gellermann | 31. März 2012

Man muss auch mal „Nein“ sagen können. Und wenn Sie unterstreichen wollen, dass für bestimmte Fälle dieses „Nein“ nicht zutrifft. Wir nähern uns einem rhetorischen Konstrukt, bei dem viele Fehler gemacht werden, der doppelten Verneinung. Mehr u.a. bei Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelte_Verneinung

Mit dieser sprachlichen Besonderheit verhält es sich ähnlich wie in der Mathematik mit den negativen Vorzeichen. Multipliziert man zwei negative Werte miteinander, so erhält man ein positives Ergebnis. Bei der doppelten Verneinung in der Sprache gibt es noch die Besonderheit, dass das Ergebnis eine Bejahung sein kann oder eine Verneinung. Hier wird es für Sprachschüler aller Sprachen schwierig, genau zu durchschauen, was eigentlich gemeint ist. Aber nicht nur Sprachschülern kann es heiß und kalt werden, auch Muttersprachler kommen bei doppelten Verneinungen schnell ins Stutzen: Wie ist der Satz gemeint?

Deshalb sollten bei professionellen Texten doppelte Verneinungen vermieden werden. Sonst steigt Ihnen bei jedem dieser Sätze ein gewisser Prozentsatz an Lesern aus, legt das Blatt weg oder klickt sich weiter.

Was im Deutschen nicht funktioniert, das gibt es in anderen Sprachen, angefangen beim Latein. Da bedeutet die doppelte Verneinung eine betonte Bestätigung.

Aber auch bei der einfachen Verneinung kann es zu sprachlichen Konflikten kommen. Wer nicht Kaufmann ist, mag dann noch nicht automatisch Nichtkaufmann sein. Gleiches gilt für Nichtfachleute, die automatisch keine nicht Fachleute sind. Ein Nichtwähler ist durchaus Wahlberechtigter, also jemand, der von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch macht. Der Nichtwähler ist ein juristischer Begriff. Er umfasst alle, die wählen gehen könnten. Er grenzt sie so auch von denen ab, die nicht Wähler sind, weil ihnen die Berechtigung dazu fehlt (Alter, Staatsbürgerschaft, Wohnsitz im Wahlbezirk, etc.).

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Leser, Rhetorik, Verneinung
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Genaugenommen

Dieter Gellermann | 31. März 2012

Kennen Sie antialkoholische Getränke? – Sicher? -Das müssten dann ja Getränke sein, die den Alkohol bekämpfen oder vernichten. Von solchen Flüssigkeiten weiß ich nichts. Sollten Sie meinen, dass Cola oder Bitter Lemon antialkoholische Getränke seien, warum vertragen sie sich dann so gut mit Wodka und anderen scharfen Getränken? – Wir landen häufig bei antialkoholischen Getränken und meinen dann doch eher die alkoholfreien. Eine gewisse Sprachschlamperei schleift sich bei manchen Begriffen ein, die eigentlich inkorrekt sind und auch nicht logisch, aber man bekommt sie nicht mehr aus dem Sinn und aus dem aktiven Sprachschatz.

Ähnlich ist das mit dem genfreien Honig. Merken Sie diesmal schneller, was daran falsch sein könnte? – Genfrei kann doch nur sein, was keine biologische Zellinformation trägt, ein Kunststoff etwa. Aber unser Honig darf ja vieles sein, nur aus Kunststoff sollte er nicht hergestellt sein, sondern von gesunden Bienen gesammelt. Was ist hier das korrekte Wort für das anzupreisende Produkt? gentechnikfreier Honig. Ich verriet schon, dass Bienen den Honig sammeln, aber warum sprechen wir dann so oft vom Imkerhonig? Sammeln diese Tierfreunde den Pollen von den Blüten ein? – Klar, das machen sie nicht. Deshalb wäre Bienenhonig der bessere Begriff. Oder wollte man sich hier unterscheiden vom Naturprodukt, das nicht von einem leidenschaftlichen Menschen verantwortet wird sondern industriell gewonnen, geschleudert und vermarktet wird?

Nächstes Beispiel: Wenn einer zu viel Kraft hat, dann kann er mal den Amboss schwingen lassen. Ist Ihnen jetzt schon klar, dass das so nicht gehen kann? Dann lassen Sie getrost den Amboss stehen und schwingen vergnügt den Hammer. So viel Kleinlichkeit, so viel Genauigkeit, da könnte man direkt zur Salzsäure erstarren. Nee, ist nicht Ihr Ernst! Was ist es denn, was wir bereits aus der Bibel kennen,  – Stichwort Lot’s Frau? Diese ist zur Salzsäule erstarrt. Sie merken, auch hierbei gibt es einen Unterschied. Sie müssen kein Chemiker sein um zu erkennen, dass Frau Lot in Verbindung mit Salzsäure nicht erstarrt gewesen wäre, sie hätte sich einfach aufgelöst.

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Fehler, Logik, Schlamperei
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Schwer im Gerede: Kiezdeutsch

Dieter Gellermann | 31. März 2012

Im letzten Monat bin ich häufig auf den Begriff „Kiezdeutsch“ gestoßen. Diese Form der Jugendsprache ist nicht neu. Was derzeit zu der Verstärkung in der Öffentlichkeit führt ist, dass es aktuelle Forschungen zu dem Thema gibt und, dass aus diesen Arbeiten hervorgeht, dass dieser Slang nicht nur auf die ausländische Jugend beschränkt ist. An den aktuellen Forschungen beteiligt ist Heike Wiese von der Universität Potsdam (www.kiezsprache.de). Sie stand auch mehrfach den Medien zur Verfügung und ihre Ergebnisse sind in vielen Internet-Foren diskutiert worden.

Für Heike Wiese ist Kiezdeutsch kein Dialekt, sondern eher eine Form von Jugendsprache. Dessen Akzeptanz steigt zurzeit. Und nach ihrer Untersuchung sprechen in gemischten Wohnvierteln wie Berlin-Kreuzberg nahezu alle Jugendliche zwischen zwölf und zwanzig Jahren diesen Slang, in anderen Quartieren, wo fast nur deutschstämmige Jugendliche aufwachsen, wird auch kaum Kiezdeutsch gesprochen.

Kiezdeutsch ist von einem ausgeprägten Nominalstil geprägt, wie es sich ausdrückt in Redewendungen wie „Ich bin Alexanderplatz.“ (Ich bin am Alexanderplatz.) oder „Ich bin Thomas Mann.“ (Ich bin in der Thomas-Mann-Str.) oder „Ich mach Dich Messer.“ (Ich greife Dich mit einem Messer an.“ Diese Jugendsprache reizt zur Analyse und deshalb hat Heike Wiese auf der Kiezdeutsch-Website auch einige weitere Anregungen eingestellt, auch für Unterrichtseinheiten an Schulen.

Eine Randerscheinung der Kiezsprache ist, dass durch sie immer mehr Wörter aus dem Türkischen oder Arabischen in die deutsche Sprache einfließen und auch von Jugendlichen ohne Migrationshintergrund verwendet werden. Dazu gehören ‚Abu‘ – abwertend für Vater, ‚Lan‘ für einen derben Mann, einen Kerl, ‚Moruk‘ als Entsprechung für die kumpelhafte Anrede ‚Alter‘, ‚Yallah‘ als Aufforderung „los jetzt“ oder ‚Wallah‘ für Gott.

Ischwör, Alter, ist so.

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Dialekt, Jugendsprache, Kiezdeutsch, Slang
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Sprachballast

Dieter Gellermann | 29. Februar 2012

In vielen Texten, die ich zu sehen bekomme, selbst in Urfassungen meiner eigenen Manuskripte finde ich zahlreiche überflüssige Wörter. Nehmen Sie mal einen Lackstift zur Hand und markieren in dem nächsterreichbaren Text alle “sozusagen”, “üblicherweise”, “insbesondere”, “irgendwie” oder “überhaupt” heraus. All diese Wörter sind reiner Ballast, machen den Text unverdaulich und entziehen ihm die Farbigkeit. Auch Bindewörter und Verstärkungen blähen einen Text nur auf und drosseln ihr Lesetempo. Schauen Sie Ihre Texte durch und streichen Sie alle „auch“, „meist“, „oft“, „ziemlich“ oder „viel“ heraus, auf die locker verzichtet werden kann.

Warum regt uns Kanzleideutsch, die Amtssprache so sehr auf? Weil da so vieles überaus kompliziert beschrieben und Nominalstil verwendet wird. Das ist überall dort zu erkennen, wo Subjektive weit häufiger verwendet werden als in der täglichen Sprache üblich. Dazu tragen die zahlreichen Abstrakta von Verben und Adjektiven bei. Aus genehmigen wird Genehmigung, aus erklären die Erklärung; aus wahr wird Wahrheit, aus hinfällig wird die Hinfälligkeit.

Eindeutige Eigenschaftswörter wie “gut”, “schlecht”, “großartig” oder “widerlich” drängen Ihren Text in eine absolute Richtung, die Ergebnisse klingen völlig nüchtern. Eleganter wäre es, Adjektive zu verwenden, die die Emotionen ansprechen, das sinnhafte Lesen ermöglichen: Angefangen bei der heißen Herdplatte, dem weichen Kissen oder dem blitzgescheiten Schüler. Adjektive können wirklich alle Sinne ansprechen: die glutrote Sonne –> Visualität; der scheppernde Traktor –> Akustik; der beißende Geruch von der Müllkippe –> Geruchssinn; die süße Frucht –> Geschmackssinn; die raue Haut des alten Seemanns –> Gefühlssinn.

 

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Amtssprache, Ballast, Füllwörter, Subjektive
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Familienbande

Dieter Gellermann | 29. Februar 2012

Unsere Familienbezeichnungen und geschlechtsspezifische Anreden haben lange und sehr eigenwillige Geschichten. So ist die Bezeichnung Dame in Mitteleuropa wesentlich jünger als die der Frau. Zu letzterer gab es bereits im Altmittelhochdeutschen den Begriff “frouwe” und im Mittelhochdeutschen “vrouw”, aus dem sich die “Frau” ableitet. Im Germanischen hat sich das vom Götternamen Freyja abgeleitet. Erst ab 1600 etwa kam der Begriff der “Dame” aus dem Französischen auf und ersetzte im 18. Jahrhundert allmählich die frühere Bezeichnung. „Frauen“ und „Männer“ lauteten die Aufschriften an Toilettentüren und Umkleiden noch bis in die frühen 50er Jahre des 20. Jahrhunderts. Danach stand da „Damen“ und „Herren“.

Das Fräulein war ab dem 12. Jahrhundert zunächst die Anrede für unverheiratete Edeldamen. Nach und nach wurden alle unverheirateten Frauen so angesprochen, teilweise bis ins hohe Alter, worauf einige Damen tatsächlich Wert gelegt haben. Im Zuge der Frauenbewegung war die Anrede des Fräuleins ab etwa 1968 verpönt, – sie wollten Frauen sein. Schließlich gab es ja auch keine Herrchen, zumindest nicht als Anrede. Heute findet man das Fräulein schon lange nicht mehr auf Formularen und in vorgegebenen Datenfeldern im IT-Bereich und auch als Anrede gilt dies als peinlich.

Viele Familienbezeichnungen stammen aus der so genannten Lall-Sprache der Kinder. So erklären sich auch die unterschiedlichen Namen für Mutter, Mama, Mutti oder Mami sowie Vater, Papa oder Vati. Ähnlich ist auch der Ursprung der Tante, der im Lallwort „Amma“, dem Altfranzösischen „Ante“ und dem Lateinischen „Anita“ für die Vaterschwester. Bei manchen Verwandtschaftsbezeichnungen wurde früher genau darauf geachtet, wie die Verwandtschaftsverhältnisse sind und ob sie über die väterliche oder mütterliche Linie gingen. So war der Oheim der Bruder der Mutter, der Vetter dagegen ursprünglich der Bruder des Vaters. In manchen Sprachen soll auch heute noch so deutlich unterschieden werden.

Manchmal ersetzen französische Bezeichnungen die überlieferten deutschen: Lange Zeit waren die Geschwister zweiten Grades Vetter und Base, heute doch meist Cousin und Cousine. Die komplette Verwandtschaftsfamilie rund um Schwager-Begriff leitet sich vom mittelaltdeutschen Schwäher („Schwiegervater“) ab. Der Schwager war streng genommen nur der Ehemann der Schwester oder der Bruder der Frau, nicht der Mann der Schwägerin. Der Begriff „Schwager“ stand aber früher allgemein für vertraute Nichtverwandte, so im studentischen Umfeld und schließlich als Bezeichnung für den Postillion.

Die Teil- und Patchworkfamilien unserer Zeit erfordert eigentlich auch eigene Bezeichnungen für die neu zusammengewürfelten Familienteile. Mir ist dazu noch nichts geläufig. Oder wissen Sie, wie man den Vater des Stiefvaters nennt oder den Neffen, der Sohn des Onkels aber nicht der Tante ist?

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Anrede, Familie, Fräulein, Schwager, Verwandte, Vetter
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Schmuckstücke der Sprache

Dieter Gellermann | 29. Februar 2012

Bei manchen deutschen Wörtern können einem schon Zweifel kommen, so bei dem Farbton, der einem die Röte ins Gesicht treibt. Was ist hier richtig: puderrot oder puterrot? – Lösung: Der Farbton rührt nicht vom Puder her sondern vom Federvieh, man wird rot wie ein Puter.

“Die Menschen waren völlig ausgemerkelt.” In jenem Satz hat sich eine Fehlassoziation eingeschmuggelt und fand dennoch den Weg in eine Zeitung. Ausmergeln heißt das hier korrekte Verb, das abgeleitet werden muss vom Mergel, dem Sedimentgestein aus Ton und Kalk. Die erste Bundeskanzlerin Deutschlands hat damit nichts zu tun.

Neulich bin ich über zwei Begriffe gestolpert und habe beide zunächst im Sinne von Karl Valentin verstanden. Zunächst sah ich einen “Unfallhelfer”. Was macht der, dachte ich, hilft der mir beim Unfallmachen? – Hier dürfte das Gegenteil der Fall sein. Ebenso bei dem “Zentrum für Depression”. Dieses müsste ganz korrekt eigentlich “Zentrum gegen Depression” heißen. Oder ist da – wage ich schalkhaft zu fragen – die zweite Bedeutung für Depression gemeint, all jene Landstriche der Erde, die unter dem Meeresspiegel liegen?

Sprachfehler bestehen oft auch in der falschen Wortwahl oder der verwirrenden Satzstellung, was ich schon mehrfach angemahnt habe. Wie finden Sie den Satz, der mal in der FAZ stand: “Um 220 Hektar Weinberge baute er ein herrschaftliches Schloss.” Das muss ein großer Palast sein, das sich um ein so großes Areal aus Weinbergen erstreckt. Geschmacklos finde ich Sätze wie den folgenden: “Dem Vegetarier war wurst was andere bestellt hatten.” Die verdeckte Spitze auf fleischlos essende Zeitgenossen sollte man bei aller Überzeugung, die ich jedem zubillige, vermeiden. Außerdem müsste man die “Wurst” hier korrekterweise “Wurscht” schreiben, was genauso undiplomatisch wäre.

 

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Assoziation, Sinn, Valentin, Wortwahl, Zweifel
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Wenn Gänsefüßchen stören

Dieter Gellermann | 31. Januar 2012

Bitte schauen Sie mein Video dazu an

http://tinyurl.com/85alrpc

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Ausführungszeichen, Gänsefüßchen, Satzzeichen
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